Definition & Erklärung für den Fachbegriff

Verbraucherdarlehen

Benötigen Sie dringend Geld für eine wichtige Anschaffung oder für eine unvorhergesehene Reparatur an Ihrem Auto oder Ihrem Haus, fehlen hin und wieder die notwendigen Mittel. Helfen kann ein Kredit – das Verbraucherdarlehen, auch als Verbraucherkredit bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen Kredit, der von einem Geldinstitut an eine Privatperson, die als Verbraucher oder Konsument bezeichnet wird, gewährt wird. Der Verbraucherkredit wird daher auch Konsumentenkredit oder Privatkredit genannt. Für das Verbraucherdarlehen gelten andere Konditionen und rechtliche Grundlagen als für einen Kredit, der für Selbstständige oder Unternehmer gewährt wird.

Was ein Verbraucherdarlehen kennzeichnet

Das Verbraucherdarlehen ist durch kleinere Kreditsummen und kurze Laufzeiten gekennzeichnet, er wird häufig zur Überbrückung kurzfristiger finanzieller Engpässe, zum Kauf von Konsumgütern oder für dringende unvorhergesehene Reparaturen verwendet. Es unterscheidet sich von der Baufinanzierung durch eine geringere Summe und eine kürzere Laufzeit. Das Verbraucherdarlehen ist ein Ratenkredit, es wird in monatlich gleich hohen Raten vom Darlehensnehmer an den Darlehensnehmer zurückgezahlt; dabei können Sondertilgungen oder Ratenpausen vereinbart werden. Eine Sonderform bildet der Dispokredit, der Ihnen eingeräumt wird, wenn sich nicht genügend Geld auf Ihrem Girokonto befindet. Zu den Verbraucherkrediten zählen keine Kredite mit einer Summe von weniger als 200 Euro. Der Verbraucherkredit bedarf der Schriftform, alle Konditionen müssen in einem schriftlichen Kreditvertrag zwischen Darlehensnehmer und Darlehensgeber festgehalten werden. Bevor der Verbraucherkredit gewährt werden kann, muss eine Bonitätsprüfung des Darlehensnehmers erfolgen. Verfügt der Darlehensnehmer nicht über die notwendige Bonität, wird das Darlehen nicht gewährt.

Was der Vertrag über das Verbraucherdarlehen beinhalten muss

Möchten Sie ein Verbraucherdarlehen aufnehmen, müssen Sie mit dem Darlehensgeber einen Vertrag schließen, in dem die Eckdaten für das Darlehen festgelegt werden. Im Darlehensvertrag müssen Angaben über Kreditsumme, Gesamtbetrag aller Raten, Formalitäten für die Rückzahlung, Laufzeit Zinssatz, effektiver Jahreszins und eventuell notwendige Sicherheiten vereinbart werden. Abhängig vom Darlehensgeber und von der Art des Verbraucherkredits können Sondertilgungen und Ratenpausen vereinbart werden, die im Darlehensvertrag festgelegt werden müssen. Als Kreditnehmer haben Sie ein Widerrufsrecht, das im Kreditvertrag festgeschrieben sein muss. Der Darlehensgeber hat das Recht, den Vertrag zu kündigen, wenn Sie als Verbraucher der Zahlung der monatlichen Raten nicht nachkommen. Der Vertrag dient zum Verbraucherschutz.

Die Kreditarten von Verbraucherdarlehen

Beim Verbraucherdarlehen werden verschiedene Arten unterschieden, ein Verbraucherdarlehen kann zweckgebunden sein, muss aber nicht. Ein Ratenkredit oder ein Sofortkredit, der innerhalb sehr kurzer Zeit gewährt wird, ist nicht zweckgebunden, während der Autokredit zweckgebunden ist, da er zum Kauf eines Autos dient. Ein Beamtendarlehen ist eine Form des Verbraucherdarlehens, er wird an Beamte gewährt und unterscheidet sich in seinen Konditionen vom einfachen Ratenkredit. Ein Beamtenkredit wird zumeist an eine Lebensversicherung gebunden. Der Beamtenkredit ist ein endfälliges Darlehen, das heißt, der Kreditnehmer zahlt während der Laufzeit keine Tilgung, sondern nur die Zinsen. Die Tilgung erfolgt am Ende der Laufzeit mit der Lebensversicherung. Auch der Dispokredit ist eine besondere Form des Verbraucherdarlehens, er stellt einen Überziehungsrahmen dar, der von der Bank für das Girokonto des Konsumenten eingeräumt wird. Dieser Dispokredit ermöglicht Flexibilität, der Inhaber des Girokontos kann selbst entscheiden, wie er den Dispokredit zurückzahlt.

Kosten für Verbraucherkredite

Der Bundesgerichtshof hat die die Kosten in Form von Bearbeitungsgebühr und Kontoführungsgebühr für Verbraucherdarlehen vor einigen Jahren abgeschafft. Allerdings werden Kosten in Form von Zinsen erhoben, die für die Bereitstellung des Kreditbetrages dienen. Diese Zinsen unterscheiden sich, abhängig vom Kreditinstitut, doch sind sie auch von Kreditsumme, Kreditlaufzeit und teilweise von der Bonität des Antragstellers abhängig. Verfügt der Antragsteller über eine ungünstige Bonität, werden hohe Zinsen erhoben, die Bank sichert sich gegen ein Risiko des Zahlungsausfalls ab. Zusätzlich können Kosten für eine Restschuldversicherung entstehen, die als Sicherheit dient und dann eintritt, wenn der Verbraucher die Raten nicht zahlen kann.

Konditionen für das Verbraucherdarlehen genau vergleichen

Möchten Sie ein Verbraucherdarlehen beantragen, sollten Sie die Konditionen bei den verschiedenen Anbietern genau vergleichen. Immer mehr Anbieter gewähren mittlerweile Verbraucherkredite – dazu gehören nicht nur die Filialbanken, sondern auch Direktbanken, die online arbeiten, und private Kreditvermittler. Besonders günstig können die Konditionen bei den Direktbanken sein, da diese Banken sehr kostengünstig arbeiten und diese Vorteile an die Kunden weitergeben. Noch dazu gewähren die Direktbanken ein Verbraucherdarlehen besonders schnell. Sie müssen für den Vergleich keine Angebote von verschiedenen Banken einholen, denn das ist kompliziert und dauert viel zu lange, gerade dann, wenn Sie das Geld dringend benötigen. Viel bequemer funktioniert der Kreditvergleich über das Internet, der Ihnen einen schnellen Überblick über die Zinsen bei den verschiedenen Banken gewährt und über die Besonderheiten bei den einzelnen Banken informiert.

Sie können zusätzliche Informationen über die Banken abrufen und dann, wenn Sie eine Bank gefunden haben, per Mausklick auf die Webseite der Bank gelangen. Dort können Sie den Kreditantrag ausfüllen und abschicken, das ist bereits online möglich. Ist der Kreditantrag bei der Bank eingegangen, bekommen Sie oft schon nach kurzer Zeit eine Antwort. Ist diese eine Zusage, müssen Sie den Kreditantrag ausdrucken und unterschreiben und dann zusammen mit den geforderten Unterlagen zur Prüfung der Bonität über eine Postfiliale an die Bank schicken. Anhand Ihres Personalausweises oder Reisepasses prüft der Angestellte in der Postfiliale Ihre Identität im Postident-Verfahren. Der Antrag wird nun an die Bank geschickt und geprüft. Liegen alle Voraussetzungen vor, wird der Kredit gewährt.

Die Prüfung der Bonität

Bevor ein Verbraucherdarlehen gewährt werden kann, muss eine Prüfung der Bonität des Antragstellers erfolgen, da sich die Banken gegen einen möglichen Zahlungsausfall absichern. Die Bonitätsprüfung dient jedoch auch zum Schutz des Kreditnehmers. Ist die Bonität ungünstig, ist mit einem frühzeitigen Zahlungsausfall zu rechnen, der Verbraucher gerät in die Schuldenfalle, schlimmstenfalls droht die Privatinsolvenz. Um das zu vermeiden, wird der Kredit, wenn die Bonität nicht ausreicht, nicht gewährt. Die Prüfung der Bonität erfolgt anhand von Einkommensnachweisen und Kontoauszügen. Monatliche Einkünfte und monatliche Ausgaben werden gegenübergestellt. Zusätzlich wird eine Auskunft bei der Schufa eingeholt. Liegt ein negativer Eintrag bei der Schufa vor, kann das Verbraucherdarlehen nicht gewährt werden. Nur dann, wenn kein negativer Schufa-Eintrag vorliegt und der Antragsteller über die erforderliche Bonität verfügt, kann der Kredit gewährt werden.

Sicherheiten für das Verbraucherdarlehen

Die Banken können Sicherheiten für das Verbraucherdarlehen verlangen. Handelt es sich um einen Autokredit, muss der Fahrzeugbrief im Original bei der Bank hinterlegt werden, da das gekaufte Fahrzeug als Sicherheit dient. Die Banken verlangen Einkommensnachweise und eine Bescheinigung des Arbeitgebers des Antragstellers, zusätzlich kann der Abschluss einer Restschuldversicherung verlangt werden. Ist eine Lebensversicherung vorhanden, kann sie als Sicherheit dienen. Der Antragsteller kann einen Bürgen stellen, wenn er selbst nicht die erforderlichen Sicherheiten bieten kann.

Unser Fazit zum sogenannten Verbraucherdarlehen

Ein Verbraucherkredit kann für verschiedene Zwecke verwendet werden und zeichnet sich durch kurze Laufzeiten und niedrige Kreditsummen aus. Zumeist wird er als Ratenkredit gewährt, doch kann die Tilgung bei den Sonderformen wie Beamtenkredit und Dispokredit anders vereinbart werden. Ein schriftlicher Kreditvertrag muss bestimmte Anforderungen erfüllen und ist für einen Verbraucherkredit zwingend erforderlich.