Definition & Erklärung für den Fachbegriff

Annuitätendarlehen

Klassische Kredite werden als Ratenkredite vergeben, das heißt, sie werden in gleich hohen Raten zurückgezahlt. Die Raten setzen sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen. In den meisten Fällen handelt es sich bei diesen Ratenkrediten um Annuitätendarlehen, das heißt, dass diese Kredite eine Laufzeit von mehreren Jahren haben und dass der Kreditnehmer in jedem Jahr der Laufzeit einen gleich hohen Betrag zurückzahlt, der sich aus Zinsen und Tilgung zusammensetzt. Dieser Betrag ist meistens in zwölf gleich hohe monatliche Raten unterteilt, denn das macht das Annuitätendarlehen für den Kreditnehmer besser planbar und ermöglicht eine leichtere Rückzahlung.

Wie ein Annuitätendarlehen funktioniert

Ein Annuitätendarlehen wird zumeist für die klassische Immobilienfinanzierung und für die Baufinanzierung vergeben, die Rückführung erfolgt in Annuitäten. Der Begriff Annuität ist auf das lateinische Wort Annus für Jahr zurückzuführen. Bei einem Annuitätendarlehen setzen sich die monatlich gleich hohen Raten aus Zinsanteil und Tilgungsanteil zusammen. Die Zinsen beziehen sich auf den geschuldeten Betrag und sind zu Beginn der Laufzeit noch sehr hoch, sie machen dann den Hauptanteil der monatlichen Raten aus. Mit dem Tilgungsanteil zahlen Sie als Kreditnehmer in jedem Monat einen Teil der Kreditschuld zurück – Sie tilgen den Kredit. Während der Zinsanteil zu Beginn der Darlehenslaufzeit noch sehr hoch ist, fällt der Tilgungsanteil nur sehr niedrig aus. Dieses Verhältnis verschiebt sich zum Ende der Laufzeit, sodass der Tilgungsanteil den Hauptanteil der Raten ausmacht, während der Zinsanteil nur sehr gering ausfällt. Der Grund für diese Verschiebung liegt darin, dass der Tilgungsanteil um den ersparten Zinsanteil ansteigt.

Annuitätendarlehen mit langer Laufzeit

Annuitätendarlehen als Bau- oder Immobiliendarlehen werden üblicherweise mit einer sehr langen Laufzeit aufgenommen, die Laufzeit kann mehr als 20 Jahre betragen. Für solche Darlehen mit langer Laufzeit wird eine Periode der Sollzinsbindung vereinbart, sie beträgt zumeist 10 oder 15 Jahre. In dieser Zeit verändert sich der Zinssatz nicht – der Zinssatz orientiert sich an der marktüblichen Zinssituation, die maßgeblich durch den von der Europäischen Zentralbank festgelegten Leitzins beeinflusst wird. Möchten Sie sich langfristig gute Zinsen für Ihr Annuitätendarlehen sichern, sollten Sie dann, wenn die Zinsen gerade niedrig sind, die Periode der Sollzinsbindung möglichst lang festlegen. Ist die Periode der Sollzinsbindung abgelaufen, verbleibt eine Restschuld. Für diese Restschuld können Sie entweder bei der Bank, bei der Ihr Annuitätendarlehen läuft, aber auch bei einer anderen Bank eine Anschlussfinanzierung vornehmen. Diese Anschlussfinanzierung kann bezüglich der monatlichen Raten und der Zinsen zu anderen Konditionen als während der Sollzinsperiode erfolgen.