Definition & Erklärung für den Fachbegriff

Devisen

Bis vor wenigen Jahren war es üblich, vor der Fahrt in den Urlaub Geld zu wechseln. Wollten Sie eine Reise nach Österreich, nach Italien oder Spanien antreten, mussten Sie die Deutsche Mark in die ausländische Währung tauschen. Nur dann konnten Sie im Ausland mit Bargeld bezahlen. Mit der Einführung des Euro hat sich diese Praxis vereinfacht. Sie müssen nur noch Geld tauschen, wenn Sie in ein Land reisen, in dem der Euro nicht die gängige Währung ist. Beim Tausch des Euro gegen eine andere Währung kaufen Sie „Devisen“. Devisen sind also Fremdwährungen. Der Währungstausch ist nicht nur bei Auslandsreisen wichtig, denn Devisen sind auch eine interessante Geldanlage. Allerdings sind sie eher professionellen Anlegern vorbehalten.

Devisen spielen bei Auslandsreisen eine Rolle

Für den Otto Normalverbraucher sind Devisen von Bedeutung, wenn er ins Ausland in ein Land außerhalb des Euroraums reist. Geht die Reise in die Schweiz, nach Schweden oder nach Großbritannien, ist der Euro als Zahlungsmittel nicht akzeptiert. Auch bei Reisen in die USA oder nach Asien kann man den Euro nicht als Bargeld einsetzen. Als Reisender müssen Sie Euro in die Landeswährung umtauschen. Sie tauschen also Euro gegen US-Dollar, gegen Britische Pfund, gegen den Japanischen Yen oder den Schweizer Franken. Der Preis, den Sie in Euro für einen US-Dollar oder für ein Britisches Pfund zahlen müssen, ändert sich ständig. Der Wechselkurs unterliegt stetigen Schwankungen, so dass Sie am frühen Morgen unter Umständen weniger für einen US-Dollar zahlen als am Abend. Tauschen Sie größere Summen, führt eine Abweichung des Kurses auf der vierten Stelle nach dem Komma nach oben oder nach unten zu einem erheblichen Gewinn oder Verlust.

Wie sehr der Wechselkurs unter Umständen schwankt, stellen Sie fest, wenn Sie beispielsweise 100 Euro gegen US-Dollar tauschen. Bekommen Sie an einem Tag 116,61 Dollar für 100 Euro, erhalten Sie morgen vielleicht nur 116,31 Dollar. Wenn Sie ins Ausland reisen und eine hohe Summe Bargeld wechseln wollen, macht sich diese Änderung unter Umständen also sehr bemerkbar. Solange Sie aber nur in einem geringen Umfang für Ihre Urlaubsreise Devisen kaufen und verkaufen, ist es eher unerheblich, wenn der Wechselkurs leicht steigt oder fällt. Von großer Bedeutung ist eine Änderung des Kurses auch, wenn Sie professionell mit Devisen handeln. Diese Geldanlage ist dem professionellen Trading vorbehalten und sollte deshalb nur von spekulativ ausgerichteten Anlegern gewählt werden. Trotzdem ist es spannend zu sehen, wie der Handel der Profis funktioniert, denn sie erzielen unter Umständen innerhalb von kurzer Zeit enorme Gewinne oder Verluste.

Der Devisenhandel ist Profis vorbehalten

Risiko bei Geldanlage - Devisen und Aktien

Vereinfacht gesagt besteht der professionelle Handel mit Devisen darin, auf Kursänderungen von Währungspaaren zu wetten. Das geschieht über einen Broker, über ihn erhalten die Anleger Zugang zu den Märkten. Heute läuft der Handel überwiegend online ab. Das bedeutet, der Investor meldet sich bei einem Onlinebroker an und legt sein Geld in Fremdwährungen an. Dazu ist meist eine Mindesteinlage erforderlich, sobald sie geleistet ist und die Identitätsprüfung des Investors beendet ist, kann man mit dem Handel beginnen. Obwohl die Zugangsvoraussetzungen für den professionellen Devisenhandel also gering sind, raten Finanzexperten Einsteigern dringend davon ab, ohne jegliches Fachwissen sofort in den Kauf und Verkauf von Fremdwährungen einzusteigen. Mit diesem Handel sind nämlich nicht nur interessante Gewinnchancen verbunden! Entwickeln sich die Märkte anders, als es der Händler erwartet, macht er unter Umständen empfindliche Verluste. Deshalb weisen Finanzfachleute immer wieder darauf hin, dass der professionelle Devisenhandel nur für Anleger geeignet sind, die die Gewinn- und Verlustrisiken fundiert einschätzen können. Doch wieso unterliegt der Devisenhandel so starken Kursschwankungen?

So funktioniert der Handel mit Devisen

Als professioneller Händler – auch Trader genannt – spekulieren Sie darauf, dass sich ein bestimmtes Währungspaar in eine gewisse Richtung entwickelt. Beliebte Währungspaare sind beispielsweise Euro gegen US-Dollar, Euro gegen Kanadische Dollar, Euro gegen Britische Pfund oder US-Dollar gegen Schweizer Franken oder Japanische Yen. Diese Währungspaare haben fast alle Onlinebroker in ihrem Angebot. Wenn Sie am Devisenhandel – in der Sprache der Trader auch als Foreign Exchange oder kurz Forex bezeichnet – teilnehmen, spekulieren Sie darauf, dass sich das Verhältnis der Währungen zueinander innerhalb eines gewissen Zeitraums in eine bestimmte Richtung verändert. Wenn Sie aktuell für 100 Euro 116,61 US-Dollar erhalten, wetten Sie beispielsweise darauf, dass Sie in einigen Stunden nur noch 116,31 US-Dollar bekommen. Sie gehen also davon aus, dass der Kurs des US-Dollar fällt. Tritt diese Entwicklung zum vorhergesagten Zeitpunkt ein, haben Sie mit dem Devisenhandel einen Gewinn gemacht. Steigt der Kurs des US-Dollar im Vergleich zum Euro, ist Ihre Wette nicht eingetroffen. Dadurch entsteht Ihnen ein Verlust. Sofern Sie lediglich 100 Euro investieren würden, lässt sich dieser Verlust sicher verschmerzen. Profi-Trader legen aber deutlich höhere Summen an. Dadurch potenzieren sich zwar die Gewinnchancen, aber auch die Verlustrisiken sind erheblich höher.

Diese Faktoren beeinflussen den Wechselkurs

Der Wechselkurs wird von unterschiedlichen Einflussgrößen bestimmt. Dazu gehören vor allem die wirtschaftliche Stärke eines Landes, aber auch die politischen Ereignisse und das Zinsniveau an den Märkten. Wenn Sie Devisen für den Urlaub tauschen, spielt es eher eine untergeordnete Rolle, ob der Kurs des US-Dollar bei Ihrer nächsten USA-Reise gerade steigt oder fällt. Als Reisender betrifft Sie das nur, wenn die Kosten für Ihre Reise dadurch leicht steigen oder fallen. Man spricht dann davon, dass „Reisen in die USA durch den Wechselkurs gerade sehr günstig sind“ oder dass „sich Urlaube in Amerika durch den hohen Dollarkurs im Augenblick nicht lohnen“. Ein Profi-Trader wird sich die politischen und die wirtschaftlichen Entwicklungen aber ebenso genau ansehen wie die Tendenzen an den Märkten, um auf kurzfristige Änderungen schnell zu reagieren.